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Mehrweg trotz Corona

Die Menge an Verpackungsmüll, die jährlich in Deutschland anfällt, können wir durch die Nutzung von Mehrweg-Verpackungen senken. Diese sind auch in Corona-Zeiten unbedenklich und waren zu keiner Zeit verboten. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, habe ich folgende Pressemitteilung geschrieben:

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden auf Märkten und Supermärkten in der Regel keine mitgebrachten Behälter mehr akzeptiert und befüllt. Dies führt logischerweise zu mehr Verpackungsmüll. Auf Anfrage des Grünen-Landtagsabgeordneten Jürgen Walter hat die Landesregierung nun mitgeteilt, dass es keinerlei Vorschriften gäbe, die das Mitbringen von eigenen Behältnissen verbieten würde. Bisher gäbe es noch keine Hinweise, dass die bisherige Rechtslage es zu einer Neubewertung der seitherigen Rechtslage kommen sollte. Auch zu keinem Zeitpunkt der Corona-Krise waren mitgebrachte Behälter, Netze oder Eierkartons verboten und es wurde auch nie von der Nutzung abgeraten.  „Daher sollten alle Supermarktbetreiber sowie Marktbeschicker umdenken und mitgebrachte Gefäße und Taschen wieder wie vor der Corona-Pandemie akzeptieren“, sagte Walter. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sind bisher keine Fälle bekannt, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierten Lebensmittel mit dem Corona-Virus infiziert hätten. „Wer die allgemein gültigen Hygieneempfehlungen einhält, setzt sich nach den bisher vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen keiner Infektionsgefahr durch das Mitbringen von Mehrwegbehältnissen aus“, erklärte Walter.

„Auch in Zeiten von Corona dürfen mitgebrachte Behälter gefüllt werden“

Ein weiteres großes Umweltproblem stellten die jedes Jahr in Deutschland produzierten rund 155.000 Tonnen Abfall durch To-Go-Verpackungen dar. Während die Diskussion über unnötige Plastikabfälle vor der Corona-Pandemie zum Umdenken bei vielen Unternehmen und Verbraucherinnen führte, hat sich das Konsumverhalten seit diesem Frühling massiv verändert. „Die Gastronomie war gezwungen, auf Essenslieferdienste umzustellen – zum Nachteil für die Umwelt“, sagt der Umweltexperte.

Deshalb sei es Walter ein Anliegen, die Verbraucherinnen und die Gastronomie für die Müllvermeidung erneut zu sensibilisieren. Auch der deutsche Lebensmittelverband empfehle seinen Mitgliedern kein grundsätzliches Verbot mitgebrachter Gefäße. Diese sollen allerdings sorgfältig und unter Einhaltung der Hygiene- und Übergaberegeln befüllt werden. „Die Corona-Krise darf unsere Bemühungen beim Umwelt- Klimaschutz nicht gefährden – dazu gehören auch eine funktionierende Kreislaufwirtschaft und eine konsequente Müllvermeidung“, so Walter. Um für die Nutzung von Mehrwegverpackungen zu werben, besucht der Abgeordnete im Rahmen seiner Sommertour Anfang September zusammen mit Umweltminister Franz Untersteller (GRÜNE) das Unternehmen „maxmaier urbandevelopment“, das ein digitales Mehrweg-System „eatTAINABLE“ entwickelt hat und erkundigt sich über seinen möglichen Einsatz in der Gastronomie.

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