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Klimakrise trifft den Landkreis Ludwigsburg: Anpassungsstrategien für die Städte werden wichtiger

Die Folgen der Klimakrise sind auch in Baden-Württemberg bereits heute deutlich zu spüren – das zeigt die Antwort der Landesregierung auf meinen Antrag. Hierzu habe ich folgende Pressemitteilung herausgegeben:

Die derzeitige Entwicklung der globalen Emissionen lässt für Baden-Württemberg schlechtere Aussichten für die Zukunft befürchten. Heiße, trockene Sommer und feuchte, milde Winter könnten dann die Regel sein, mit noch schwerwiegenderen Auswirkungen auf die hiesige Natur und Umwelt als in den optimistischeren Szenarien angenommen.

Zur klimatischen Einordnung für 2019: Das Jahr 2019 war das drittwärmste Jahr in Baden-Württemberg seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen 1881. Die Folgen des Dürresommers 2018 waren auch 2019 zu spüren: Die vor allem in jüngster Zeit und insbesondere im Sommer immer häufiger unterdurchschnittlichen Niederschläge machen sich deutlich bemerkbar. Auch 2019 haben sich die Wasserreserven im Gesamtboden nicht vollständig regenerieren können.

Ein Blick auf die aktuellen Daten des Dürremonitors des Helmholtz-Institutes zeigt, dass der Landkreis Ludwigsburg immer noch betroffen ist: Die Regenfälle der letzten Wochen haben zwar dafür gesorgt, dass derzeit genug pflanzenverfügbares Wasser im Oberboden vorhanden ist. Aber im Gesamtboden zeigen die Daten immer noch hohe Dürrewerte an. Unsere Wälder leiden noch immer unter den Folgen des Trockenjahres von 2018, das die Bäume unter enormen Stress gesetzt und zu zahlreichen Trockenschäden geführt hat. Eine verringerte Widerstandskraft der Bäume gegen den Befall von Schadinsekten wie dem Borkenkäfer ist eine der Folgen.

Aber auch die Kommunen sind gefragt. „Für die Kommunen gilt es weiterhin, ihre Treibhausgasemissionen zu senken. Denn das Land wird seine Klimaziele nur gemeinsam mit den Kommunen erreichen können. Trotzdem müssen sich die Kommunen auch an die nicht mehr vermeidbaren Folgen der Klimakrise anpassen“, erläutert Jürgen Walter. Das Land fördert deswegen Kommunen, die zum Beispiel eine Vulnerabilitätsanalyse oder ein Anpassungskonzept erstellen wollen. Die Stadt Ludwigsburg hat bereits seit 2016 ein Anpassungskonzept für die Folgen des Klimawandels erarbeitet. Innerstädtischen Grünflächen kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Diese wirken dem im Sommer häufig auftretenden Hitzeinseleffekt in den Innenstädten entgegen.

Auch Fassadenbegrünungen sind wirksame Anpassungsmaßnahmen: Sie verbessern das städtische Kleinklima und helfen Regenwasser zurückzuhalten. Sie ermöglichen Begrünung gerade an Stellen, wo der Platz fehlt. Deswegen werden sie seit 2 Jahren auch vom Umweltministerium gefördert – allerdings hat noch keine Kommune diese Förderung in Anspruch genommen. „Hier können vor allem die größeren Städte im Landkreis ruhig vorangehen und mehr Grün in die Innenstädte bringen“, wünscht sich Jürgen Walter.

Den Antrag und die Antwort der Landesregierung finden Sie hier.

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