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„Landschaftsmodell“ Nordost-Ring ist eine unterirdische Idee

„Ich kann nur den Kopf schütteln, wie es heute überhaupt noch möglich ist, ein Mammut-Straßenbauprojekt, das bereits in den 80er Jahren verworfen wurde, als eine innovative Zukunftsvision zu verkaufen“, so der Ludwigsburger Landtagsabgeordnete Jürgen Walter (Grüne) zu dem gestern veröffentlichten Vorschlag, den umstrittenen Nordost-Ring als Tunnel zu bauen.

Der Plan sei abzulehnen, denn alle Fakten, die auf dem Tisch liegen, würden gegen das Projekt sprechen. „Jahrzehntelange Erfahrung zeigt, dass mehr Straßen immer mehr Verkehr anziehen – wir sprechen vom induzierten Verkehr. Mehr Straßen zu haben führt nicht zu einer besseren Verteilung des Verkehrs, sondern dazu, dass noch mehr Leute Auto fahren. Es ist auch zu befürchten, dass die Belastung auf der B27 in Ludwigsburg zunehmen würde, indem sie als Ausweichstrecke genutzt würde, die Maut umzugehen. Das ist auf keinen Fall das Ziel einer guten Verkehrspolitik im 21. Jahrhundert“, betont Walter. Insbesondere die Kornwestheimer und Ludwigsburger Bevölkerung wären die Leidtragenden einer veralteten Idee mit neuer Kosmetik. Von einer „ökologisch sinnvollen Variante“ dürfe in diesem Falle keine Rede sein, sagte der Umweltpolitiker.

„In der Debatte wird auch gerne die Tatsache verschwiegen, dass der Nordost-Ring erst in einem Zeithorizont von frühestens 15 bis 20 Jahren fertiggebaut wäre. Bis dahin muss aber die Luft in und um Stuttgart sauber und die Mobilität aus Klimaschutzgründen zukunftsfähig sein – mit mehr Bus und Bahn und weniger Kfz-Anteilen am Gesamtverkehrsaufkommen“, erklärte Walter.

Die Kosten für den 10,7km langen Tunnel gehen in die Milliarden. Diese Gelder würden dann andernorts für sinnvolle Projekte fehlen. Walter weist auch auf die Priorisierung des Bundes hin: Die nach fachlichen und transparenten Kriterien erarbeitete Priorisierung nach der Bundesverkehrswegeplanung würde deutlich machen, dass der Nordostring beim Bund nicht in der vordringlichen Planung sei. „Für den Nordost-Ring gibt es daher weder eine Planungspflicht noch einen Planungsauftrag“, schließt Walter.

Die Pressemitteilung im Pdf-Format können Sie hier runterladen.

 

 

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