Stadtbahn ist ein Jahrhundertprojekt

22.3.17                               

Die Grünen im Kreis Ludwigsburg sehen im Konzept der Stadt Ludwigsburg für den öffentlichen Verkehr eher ein „Stadtbahnverhinderungskonzept“ als eine tragfähige Idee für nachhaltige Mobilität der Zukunft. In jedem Fall, so der Landtagsabgeordnete Jürgen Walter, Kreistagsmitglied Dr. Peter-M. Valet und der Ludwigsburger Stadtrat Markus Gericke, brauche man eine breite öffentliche Diskussion über die vorliegenden Ideen. Sie erwarten von der Stadt Ludwigsburg, dass sie sich bereit zeigt, gemeinsam mit dem Kreis und den betroffenen Kommunen ein Konzept zu erarbeiten,  das von allen mitgetragen werden kann. Wenn die Stadt Ludwigsburg beispielsweise ein Konzept vorschlage, welches die Bahn am alten Bahnhof in Markgröningen und nicht an der Festwiese enden lässt, verkenne sie die dortigen Mobilitätsbedürfnisse. Vorschläge wie die Nutzung der Strecke Kornwestheim-Untertürkheim sind seit Jahrzehnten in der Diskussion und wahrlich nichts Neues. „Für die Bürgerinnen und Bürger des Kreises ist es nicht wichtig, ob sich das Konzept des Landrats oder das des Ludwigsburger Oberbürgermeisters durchsetzt, sondern sie wollen einen umweltfreundlichen, schnellen und zuverlässigen Nahverkehr“ so der Landtagsabgeordnete Jürgen Walter.

 Aus Sicht der Grünen ist das Konzept der Stadt Ludwigsburg der Versuch, alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen. Die Behauptung, bei den BRT-Bussen handle es sich um eine „schienenlose“ Stadtbahn sei mehr als gewagt. Die von der Stadt favorisierte Kombination aus Schienenverkehr und einem vermeintlich neuen Bussystem „BRT“ hat den Nachweis nicht erbracht, dass es auch zukünftigen Mobilitätsanforderungen standhält, ist die einhellige Meinung. „Wir wollen einen Ausbau des Nahverkehrs, der auch noch späteren Generationen hilft, dem Verkehr Herr zu werden“, so die drei Grünen unisono.

Während die Region im Autoverkehr ersticke, leiste man sich im Kreis Ludwigsburg seit 25 Jahren eine bisher ergebnislose Diskussion um die Stadtbahn. „Jetzt muss endlich ein Knopf an die Diskussion gemacht werden“ so Peter Valet. Es könne nicht sein, dass alle bisherigen Stadtbahnplanungen über den Haufen geworfen werden, ebenso die Planungszeiträume, obwohl eine Finanzierung über das Förderprogramm des Bundes nach dem sogenannten Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) möglich ist.

Würde eine der Stadtbahnvarianten des Landkreises, denen sich bereits alle betroffenen Städte außer Ludwigsburg angeschlossen hatten, weiter vorangetrieben, könnten die Finanzierungsanträge noch 2017 eingereicht werden. Dagegen müssten für die Pläne der Stadt zu einer Reaktivierung der Strecke Markgröningen – Ludwigsburg die ganze Region und der Verband Region Stuttgart (VRS) gewonnen werden. Er müsste überzeugt werden,  das Projekt weiterzuentwickeln. Denn er wäre dann der Vorhabenträger. Ein Verfahren, das sich naturgemäß über Jahre hinzieht. Die Stadt mache es sich hier zu einfach.

Aus Sicht der drei Grünen sei nachgewiesen, dass Straßenbahnen für die Fahrgäste attraktiv sind, weil sie schnell, sicher und ohne Staus zu ihren Zielen kommen.  Nach der Verlängerung der U 14 von Mühlhausen nach Remseck hätten viel mehr Fahrgäste die Stadtbahn genutzt als erwartet. Dieses Beispiel spricht eine eindeutige Sprache. Nur mit der Stadtbahn kann nach Auffassung der Grünen deshalb ein zukunftsfähiger und nachhaltiger Nahverkehr für Ludwigsburg und Umgebung gelingen.

Markus Gericke: „Wir schlagen vor, die nun vorliegenden Konzepte von einem neutralen Gutachter prüfen zu lassen und die Vor- und Nachteile jeweils deutlich aufzuzeigen. Und zwar ohne weitere Zeitverzögerung. Nur so erhält die Kommunalpolitik eine Grundlage, um sich für den Nahverkehr der Zukunft mit dem größten Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger entscheiden zu können, “ Ansonsten bliebe nur der Weg eines Bürgerentscheids, damit die Ludwigsburger Bevölkerung selbst mitentscheiden könne.

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